Bremer Welttheater
Seit 1. Oktober 2007 heißt es: Leute kennen lernen, Spaß haben, eigene Talente entdecken und gut rüber kommen mit dem Bremer Welttheater.
Wenn Du zwischen 15 und 27 Jahre alt bist und Lust hast mit Jugendlichen aus aller Welt Theater zu machen, dann bleib noch eine Weile und klick’ Dich durch unsere Seiten.

UNSER NEUES THEATERPROJEKT 2012:

„WILDE ROSE“ (Projekttitel)
Eine doppelbödige Tragödie über die Macht der feudalen Ethik

Zum Inhalt des Stückes:
Die Vorlage der Inszenierung sind zwei Liebestragödien aus der Weltliteratur, deren unterschiedliche historisch-psychologisch-sozialpolitischen Ansichten zur Diskussion gebracht werden. Aus diesen Tragödien wird eine neue entstehen, in der die Konflikte der Gegenwart mit einbezogen werden.
„Die Leiden des jungen Werthers“ von Goethe und “Der Pfau fliegt nach Südosten" aus den chinesischen „Yuefu- Gedichtsammlungen“. Aus beiden Geschichten werden mehrere Gesichtspunkte über die Folgen der Machtstruktur des Feudalismus sowie die historischen und gesellschaftlichen Veränderungen in Europa und Asien heraus gegriffen.

Zur Inszenierung:
In der Handlung des Theaterstücks verbinden sich zwei Ebenen zu einer doppelbödigen Tragödie, in deren Verlauf sich ein Spiel im Spiel entwickelt. Die Schauspieler/-innen sind begeistert an einer Inszenierung mitzuwirken, mit der sie zeigen können, wie viel Schaden die herrschende Klasse in der Geschichte verursacht hat. Sie konzentrieren sich dabei auf einen kritischen Moment der Liebestragödie und probieren ihn durch eigenes Theaterspiel aus. Plötzlich geschieht es, dass eine der Darstellerinnen in eine existenzielle Krise fällt, da sie sich ebenfalls nicht mit ihrer Liebe verheiraten darf, da die nicht die familiären Ansprüche erfüllt.
Auf der Handlungsbasis der Tragödie, in der die Figuren unter der feudalen Ethik leiden, entsteht so eine neue Handlung, in der sich die Schauspieler in ihren eigenen realen Begebenheiten verwickeln. Ihre Diskussionen und ihr Verhalten deuten an, dass sie immer noch mit den Mitteln der feudalen Ethik handeln und diese zum Teil ihrer eigenen Tragödie werden. Während die Schauspieler die Figuren von ihrer Tragödie zu befreien versuchen, verstricken sie sich zunehmend in das Dilemma der eigenen Befreiung.

REPERTOURE

„Die Tararanes oder Ich bin mehr Opfer als Du, Prometheus“

Regie: Abiud A. Chinelo

Theaterstück über menschliches Verhalten zwischen Opfern und Tätern.

Mitwirkende: Ajmal Rahimi, Aide Adechinan, Andreas Hecht, Simone Ehlen, Niklas Everling, Juana Bech, Bo Strube, Merle Lesch, Abiud Chinelo. 

Zum Stück

Morgens an der Bushaltestelle: Eine Handvoll Teenager steht rum und weigert sich, zur Schule zu gehen. Nicht aus den Gründen, die wir alle kennen – länger schlafen, nicht gelernt, Lehrer nerven, kein Bock – sondern, weil sie sich alle in der Schule als Opfer fühlen. Hilflos, schwach, fremdbestimmt. Ein Scheißgefühl. Kein Wunder, dass die Gruppe lieber schwänzt und sich, um der trostlosen Realität zu entkommen, in eine andere Welt flüchtet.

In dieser Rollenspiel-Welt sind sie Helden. Ritterfiguren, die sich „Tararanes“ nennen und in die Vergangenheit reiten, um die Wahrheit über Täter und Opfer des Zweiten Weltkriegs zu erfahren und analog dazu die Prometheus-Tragik zu hinterfragen. Einer von ihnen hat die Fähigkeit, Tote lebendig zu machen. Er verkleidet sich als jüdischer Rabbiner und weckt Hitler wieder auf. Die Gruppe stellt dem Diktator Fragen, erträgt aber die grausame Wahrheit in seinen Antworten nicht und beschließt, ihn zu bestrafen.

Überraschend erscheint Herakles, der Befreier von Prometheus, dessen zwanghafter Befreiungsdrang die Tararanes erneut vor eine große Herausforderung stellt.

Mit humoristischen und absurden Situationen versucht das Stück Reflektionen über das menschliche Verhalten zwischen Opfern und Tätern zu erzeugen.


"Das Klingeln von Tantal!“
Regie: Abiud A. Chinelo

Zum Inhalt des Stückes:
Für die meisten gehört das Handy zum alltäglichen Gebrauch. Viele können sich ein Leben ohne Handy gar nicht mehr vorstellen. Sogar die Kinder im jüngsten Alter besitzen bereits eines, um damit, wie man sagt, die zwangsläufig getrennte Nabelschnur zu ersetzen. Das Handy steht nicht nur für die moderne Kommunikation, sondern auch für die persönliche Sicherheit, die geschäftlichen Zwecke, usw. Doch hinter den Vorteilen, die solch ein Handy mit sich bringt, verbergen sich Konflikte, die dem Nutzer meistens nicht bewusst sind. Zum Beispiel: die „soziale Isolation“, die „Abhängigkeit“, etc., oder die „Herstellungsbedingungen“, die politische Fragen aufwerfen. Wie gerecht ist die Gewinnung des Metalls Tantal, das so wichtig für die Herstellung eines Handys ist? Welche Konsequenzen hat die Gewinnung des Metalls im Kongo? Welche Verantwortung übernimmt Europa in der  Ausbeutung des Tantals, durch welches kriegerische Konflikte entstanden sind? Längerfristig betrachtet wird die Inszenierung genutzt werden, um die Menschenrechte, Diskriminierung, und die Gewalt vor allem für jugendliche Spieler und Zuschauer zu thematisieren und in unterschiedlichen Winkeln zu betrachten.

„Bitter-Süßer Kakao“ Menschenrechte in einer Tasse heißer Schokolade

von Abiud A. Chinelo

Es spielen: Paulina Pawlik und Abiud A. Chinelo Musik: Vera Marreck

Das Stück zeigt szenische Rückblenden in die Zeit der Eroberung Mittelamerikas, die die Ausbeutung und Vernichtung der Kulturen schildern. Figuren der Gegenwart, die durch Spekulationen mit dem Produkt maximale Gewinne erwirtschaften und sich dabei vor dem Leid der Anderen verschließen, zeigen eine Realität, in der „die Gerechtigkeit nur als Utopie der Menschheit zurückbleibt“. Ein humoristisches und reflexives Theaterstück, das die Theatermittel des epischen Theaters und modernen Dramas ergreift, um das Publikum zu kreativem Handeln einzuladen. Das Stück wurde erfolgreich auf dem internationalen Theaterfestival „Arte en Resistencia“ 2010 in Medellín Kolumbien aufgeführt. Dauer des Stückes: 75 Minuten ohne Pause.

Die nächste Aufführung von "Bitter-süßer Kakao":

Fr. 26. August 2011, 20:00 Uhr „Bitter-Süßer Kakao“ Version für drei professionelle Darsteller/innen, im Chinelo-Theaterhaus.
Chinelo-Theaterhaus, Feldstraße 103, Bremen-Viertel.

"Das Klingeln von Tantal" / "Bitter-süßer Kakao" und "Echt krass oder..." auf Reisen.
Die Theaterstücke können als Aufführung gebucht werden. Bitte mailen Sie an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können , wenn Sie Interesse haben.


Das Bremer Welttheater ist eines von 23 Modellprojekten des Bundesprogramms „VIELFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.


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